Herbstwende


Noch blühen die Blumen im Tal und im Garten,

Noch grünet die Espe vor unserem Tor,

Doch siehst du den Winter dort lauern und warten?

Schon schimmert der Schnee von den Bergen hervor.

Noch leuchtet der Lenz meinen flammenden Jahren,

Der Sommer im Herzen noch glüht er und glaubt,

Doch siehe, schon mengt sich der Herbst meinen Haaren,

Schon hauchte mir Rauhreif der Winter aufs Haupt.

Es sinket die Blüte, verrinnet das Leben.

Komm her in den Schoss mir, mein Heiligstes du!

Heut hörest du lauschend mein Herz noch erbeben -

Deckt morgen vielleicht mich ein Hügel schon zu?

O sprich: sollt ich eher zu sterben mich legen,

Bist dus, die mir schluchzend die Augen noch schliesst?

Und wird dich ein Jüngling in Liebe bewegen,

Dass du meinen Namen um seinen vergisst?

Wirfst ab du als Witwe den Schleier der Trauer

Als Fahne aufs Kreuz häng ihn über mein Grab.

Dann steig ich empor aus den Welten der Schauer

Zur Mitternachtstunde, und hol' ihn hinab,

Zu trocknen daran meine Tränen, vergossen

Um dich, die so leicht ihre Treue vergibt,

Dies Herz zu umhüllen, darein du verschlossen,

Das dann noch, auch dort noch und ewig dich liebt.


作者
裴多菲

译者
Christian Kraft

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Pet%C5%91fi_S%C3%A1ndor-1823/Szeptember_v%C3%A9g%C3%A9n/de/2091-Herbstwende


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