Wie in Zauberschlaf versunken,
döste mürrisch, nie recht froh,
vor sich hin in seinem Dorfe
unbeweibt Herr Pál Pató.
Fragte wer: "Aus welchem Grunde
hat der Herr noch nicht gefreit?"
fiel er gleich ins Wort dem Frager:
"Hochzeit machen? Hat noch Zeit!"
Längst schon stand sein Haus verfallen,
Putz war kaum noch an der Wand,
und mit einem Teil des Daches
war der Wind davongerannt.
Fragte wer: "Soll man's nicht decken,
eh es regnet oder schneit?"
fiel er gleich ins Wort dem Frager:
"Dach eindecken? Hat noch Zeit!"
Ganz verwahrlost lag der Garten,
Mohn und Unkraut trug das Feld.
Fragte wer: "Lasst ihr die Acker
heuer alle unbestellt,
weil die Knechte lieber bummeln
und der Pflug die Arbeit scheut?"
fiel er gleich ins Wort dem Frager:
"Feld bestellen? Hat noch Zeit!"
Schon ganz mürb war seine Hose
und der Dolman abgewetzt,
keins von beiden hätte notfalls
nur ein Mückkennetz ersetzt.
Fragte wer: "Wo bleibt der Schneider?
Liegt nicht längst der Flaus bereit?"
fiel er gleich ins Wort dem Frager:
"Anzug machen? Hat noch Zeit!"
Und so fristet er sein Leben
ärmlich, immer ohne Geld,
er, der von den Vätern erbte
Haus und Hof und Vieh und Feld.
Lasst uns müssige Worte sparen,
denn bekannt ist weit und breit
längst die Losung der Magyaren:
"Keine Sorge, hat noch Zeit!"
1847
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