Mehr Luft!


Wer wehrt mir zu sagen, was mich verletzte
auf dem Heimweg zuletzt?
Laues Dunkel beflog grad und benetzte
das Gras samtenbesetzt -
Ich schritt, und unten rollten wach gewunden
und murrten leise wie Kinder geschunden
die Blätter dürr, entsetzt.

Sie hockten arglos lauernd rings, die Sträucher,
verstreut am Rand der Stadt.
Herbstwind torkelte schüchtern im Gestrauchel.
Kühle Fetterde hat
argwöhnisch hochgeblickt zu den Laternen -
Wildenten schreckten auf im gar nicht fernen
See, - wohin ich nur trat.

Ich dachte mir: jeder könnte mich fangen,
nie wär er eingeholt.
Und sieh: plötzlich kam da ein Mann, verhangen -
doch trottete dann fort...
Ich kehrte um. Er könnte mich zerquälen,
dachte ich - hab keine Lust mich zu wehren
an meines Elends Ort.

Willkür kann stets durchwühlen meine Räume, -
anzapfen mein Gerät.
Bald in Akten hält man fest meine Träume,
und den, der sie versteht...
Wer ahnt, wann werden zureichen die Gründe, -
wann beweisen mir schlaue Karteibünde,
dass mir kein Recht zusteht.

Und auch am Land stürzten die spröden Dörfer
(- Mutter kam dort zur Welt -)
vom Baum des lebendigen Rechts herunter,
wie hier das Laub zerschellt...
Wird das mündige Unheil auf sie steigen,
dann werden sie klirrend ihr Elend zeigen, -
entrollt, zermalmt, entstellt.

O, ich hab mir anders vorgestellt die Ordnung.
Mein Sinn drängt sich am Grund
anders. Ich meinte nicht, daß hier sich leichter
anhängt ein falscher Hund.
Meinte kein Volk, das im Schreck harrt den Wahlen,
und gesenkten Blicks spricht, im schiefen-schalen
Sinn, - das froh zecht am Grab.

Anders hab ich mir vorgestellt die Ordnung.
Obwohl mich irgendwer,
ich wusste nicht mal, warum, oft und oft schlug,
den kleinen Winzling, der
gute Worte sonst gern gleich erkannte.
Ich wusste: fern hab ich Mutter, Verwandte, -
das hier sind fremd und schwer.

Bin schon erwachsen. Es mehrt sich unwillig
der Fremdstoff mir im Mund
wie der Tod mir im Herzen. Doch unbillig
wärs, da ich nicht tot bin,
noch Lehm bin vorerst, und meine Scharte
nicht so kostbar, dass ich sprachlos ausharrte
im geknechteten Stand!

Ich werde aus dem Inneren geleitet!
Menschen, kein Wild, - der Sinn
sind wir! Unser Herz, solange es schreitet,
ist kein Karteikarton.
O, Freiheit, komm! Gebär mir die Ordnung!
Belehre herrlich, doch lass ihn auch spielen -
deinen schön-ernsten Sohn!


作者
尤若夫·阿蒂拉

译者
Daniel Muth

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/J%C3%B3zsef_Attila-1905/Leveg%C5%91t%21/de/3562-Mehr_Luft%21


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