Zu Freuds achtzigstem Geburtstag
Zeig deinem Aug den wahren,
versteckten Herzensstand -
im Herzen sollst erharren,
was dein Aug dunkel ahnt.
Man sagt: alle, die leben,
sterben den Liebestod.
Doch Glück ist uns vonnöten,
wie eine Mundvoll Brot.
Kinder sind all, die leben:
weh nach dem Mutterschoss.
Die nicht lieben, die töten:
am Schlachtfeld tobt Eros.
Sei wie der Greis von Achtzig,
der, während er gefällt
wird und kläglich verblutet,
in Söhne gleich zerfällt.
Vom alten Dorn in deinem
Fuss wirst nicht mehr bedroht.
Dir, herrlich, aus dem Herzen
fällt endlich gar dein Tod.
Ergreife nun mit Händen,
was zag dein Aug erahnt.
Töte den oder küsse,
der dir im Herzen stand.
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