Eine träumerische Utopie in Versen
Nicht wahr, mein Liebling, hier bleiben wir im tiefen und
satten Laubgrün, im Schatten, in Blumenfülle und Waldes-
stille, im wiegenden Bauschen und Rauschen der Zweige.
Liebling, hier übersommern wir.
Wir gehn nicht zurück,
Wir bleiben hier.
Wir bleiben hier, und wir bleiben wahr, ein Mann und sein
Weibchen, ein Einsiedlerpaar, zwei Heilige in der Wälder
Mitten, in Liebe verbundene
zwei Eremiten.
Wir wandern, wie von Schwingen getragen, durch die un-
endlichen Waldungen hin. Ich erzähle dir eigentümliche
Sagen von lustigem, ausgelassenem Sinn. Während die Zweige
sich in der warmen untergehenden Sonne umarmen und
dich in dunkelndes Goldgrün hüllen
und deine Augen mit Bläue füllen.
Ich werde dich malen! Zu vielen Malen!
Gott, wird das schön sein! Jedes Gemälde ein Pinselwunder!
Wir eilen zum kleinen Weiher hinunter, und fällt dann am Ufer
dein leichtes Gewand in den goldenen Sand, und
plätschern die Wellen dir um die Füße, so werde ich einen
Engel malen in, Giottos Manier, von ähnlicher Süße:
dein Körper verklärt im Strahlen aus mir.
Den Stock in der Hand, ein einfacher Hirt, besteig ich den
Gipfel, und wenn's Abend wird und du rufst nach mir im
weiten Revier, so wirft sich als Antwort, die ich dir gab,
mein gestreckter Schatten ins Tal hinab.
Flatternde, sorgenlose Jahre. Als hättest du mir eine wunderbare,
funkelnde Blume gesteckt in die Haare, so ungewohnt
empfind ich am Himmel den Mond.
Bei rotem, flackerndem Reisigfeuer legen wir uns im Wald,
der so groß, zwischen Halmen und Stengeln, zwischen
langsam schreitenden Engeln auf weiches Moos...
Auf weglosen Wegen schlummern wir
so zwischen Engeln und Liedern
mit tönenden Gliedern
dem lieben Tod entgegen.
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