Wie zwei helle Feuersonnen,
So Ihr Augenpaar erglüht,
Gleich der oben, blauumsponnen,
Die den Wesen Leben sprüht.
Staunenswerth ist im Vollbringen,
Die, wie jene und die Gluth,
Die in beiden Zauberringen
Glänzet, strahlet, Wunder thut.
Was im Lenz', kehrt er zurücke,
Mit der Erd' die Sonne schafft,
Übt im Herz, bei jedem Blicke,
Ihres Auges Schöpferkraft:
Jene schmelzt des Eises Bande,
Dringet in er Erde Schoss,
Dies entflammt das Herz zum Brande,
Schnellt darein sein tief Geschoss.
Wenn sich jene stolz erhebet,
Weckt sie auf die weite Welt;
Dies erleuchtet und belebet
Jeden Kreis, auf den es fällt;
Aus dem Blau des Himmels spendet
Jene Strahlen glühend heiss;
Sichre Pfeile dieses sendet
Aus dem schön'ren Schwarz und Weiss.
Spurlos ist die Kält' verloren,
Wenn die Sonne näher glüht,
Alles ist dann neu geboren,
Gras und Blume neu erblüht;
So ihr Auge, wenn es näher
Schöpferische Funken stäubt,
In der Brust entzückter Seher
Neue Lust ins Leben treibt.
Vor der Sonne Feuerkräften
Schmilzet ein der Bäche Nass,
Dürstend nach versiegten Säften,
Dorrt der Baum, verwelkt das Gras:
Auch die Flamme dieser beiden
Augen zehrt der Seele Lust,
Trocknet aus den Quell der Freuden,
Und zerspaltet jede Brust.
Seit der Himmel den Gefilden
Ew'ger Nacht entschwunden war,
Kam aus Gottes Hand, der milden,
Noch kein ähnlich Augenpaar.
Meines Lebens Weh und Wonne
Hängt von diesen Augen ab,
So wie von dem Lauf der Sonne
Aller Wesen Seyn und Grab.
PoemWiki 评分
暂无评论 写评论