bin nicht böse bloß die geöffneten
klavierdeckel beschatten mein schweigen
vielleicht ist das unaussprechbare draufgefault auf mein gesicht
vielleicht. hat mich auch dieser frühling versetzt
auf dich kann ich auch nicht mehr zählen ich sehe dir bloß mitleidsvoll zu
wie du auf dem roten balken deines daseins balancierst
wie du deine zögernden schritte voreinander setzt. ob
dieses zur seite gekippte männergesicht noch meins ist: vielleicht:
geht die sonne auf und wie gehenkte baumeln die schatten
überm see. oben leuchtet eine brille - Gottes
dioptrie - und ich sehe dich sinnen an den ufern von jenseits
?wer von uns würde in tränen ausbrechen wenn ich dich holen käme?
ich würde deine hand ergreifen ohne daß deine brust erbebte
und in deinem seufzer versänken unbekannte matte
gestirne. von weither dämmern unsere erdteile und vor mir
die einsamen verschwiegenen rotweine. wir werden noch entlegener
und noch unbekannter sein
dein dahinrasender brummkreisel ist die erde
spiel nicht mehr mit ihr sie erbost sich und die meere
durchnäßen dein hemd. anstelle dessen könntest du die kleinen dinge lösen
nur die seinssplitter zu unserem schicksal zusammensetzen (wenigstens
zu deinem schicksal) und alldies stumm weniger erschüttert als
es in diesem landstrich üblich ist. im traum haben mich ärzte mit nikotingelben
fingern zu tode operiert doch geweint habe ich nicht und als ich aufwachte
starrte ich schaudernd auf das an den himmelswagen eingespannte gelbe schaukelpferd
-
stand in der pinkfloydduftigen tiefen nacht
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