Das schöne Mädchen


Ist es Schnee, ist's Stern, ist's Welle
Was dort glänzt im Thal?
Nein, nein, das nicht: was ich wähnte
Ist ein falscher Strahl.

Weder Schnee, noch Stern, noch Welle
Hat ein lockig Haar;
In dem Bach das Mädchen badet
Mit dem schönen Haar.

Mit welch reizender Bewegung
Sie das Haupt geneigt;
in der Hand hält sie ein Blümchen,
Dort am Strand erzeugt.

Süße Heimlichkeiten flüstert
Ihr in's Ohr der Wind;
Spielend beugt er Zitterzweige
Um ihr Haupt gelind.

Auch ich würde gern mich beugen
Wenn ein Zweig ich wär';
Heimlich mit dem Lüftchen hauchen,
Kosend um sie her.

Ihre zarten Glieder küssend
Schweben Fischchen nach;
Sie bestaunend weilet zögernd,
Rauschet nicht der Bach.

Ach wie würd' ich selber zögern,
Wäre ich der Bach!
Oder schwebt' ich mit euch sel'gen
Fischchen munter nach.

Wollte stets, so lang sie weilte,
Nur ein Fischchen seyn;
Lebt' vom Kusse, und im Kusse
Schlief' ich sterbend ein.

Doch was ist dies? wie die die Augen
Mich mit Trug umziehn!
Gegen Sie ist todtes Bildniss
Was mir schön erschien.

Wie die Lebenden Ihr Schatten
Reizvoll überstrahlt,
So viel schöner als ihr Schatten
Ist die Huldgestalt.

Denn nur Bild von ihrem Wesen
Und nur Schatten ist,
Was im Bach in Wellenformen
Mädchenähnlich fliesst.

Schöner steht Sie und in Schwermuth
Dort am Strande fern,
Sie, des Herzens und der Liebe
Feenhafter Stern.


作者
弗洛斯马提

译者
Georg Tretter

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/V%C3%B6r%C3%B6smarty_Mih%C3%A1ly-1800/A_sz%C3%A9p_le%C3%A1ny/de/33074-Das_sch%C3%B6ne_M%C3%A4dchen


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