Ach, meine schöne Jugend,
Sie ist verwelkt, verblüht,
Schon bin ich so geworden,
So still, vergrämt und müd,
Und hocke, brüte träge
Im Winkel im Gemach:
Kannst so du mich noch lieben?
Ich laufe dir nicht nach!
Ja, schön war doch das Leben
In jugendlichem Tun,
Das triste Haupt am Busen
Der Frauen auszuruhn,
Vergnügt und schlau geduckt,
Verstohlen hinzuschielen
Ob ihre Hügel sanft
Ein Erdbeben auch spielen.
Und wie der bunte Wald
Im Mai mit Blütenkerzen,
War voll mein ganzes Herz
Mit jugendlichen Scherzen;
Wie in Novembernebel
Der Wald sich eingehüllt,
So ward vom bittren Herbste
Auch schon mein Herz erfüllt.
Wie rauh und kahl der Wald!
Nur Schlamm und Dunst darin!
Ergrünt er noch? 's ist gleich!
Lieb so mich, wie ich bin:
Mit meinem stummen Grame,
Bereiftem Herzenstriebe,
Mit meinem tiefen Schweigen,
In herbstlich stiller Liebe!
Den Brunnen suche ich
Zu letztem Sühnetrank,
Aus dieser Narrenwelt
Hinaus den heilgen Gang:
Sind deine Lippen würdig,
Tränk mich mit solchem Kuß,
Ist deine Hand gesegnet,
Zeig mir des Weges Fluß!
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