Seit ich dich sah
scheint die Sonne irgendwie heller mir
und auch das Lied der Nachtigall
klingt tausendmal schöner im Ohr.
Doch bleiben deine roten Lippen stumm,
und dein Mund lächelt nicht,
ich bin der Schatten meiner selbst,
denn Küssen darf ich dich nicht.
Seit ich dich sah
spüre ich lieblichen Duft um mich her
und der Rosenstock hat keine Dornen mehr.
Nur, daß deine Seele gefror -
Nur, daß dein Herz barst vor Stolz.
Die Flamme meiner Liebe ist so
erstickt in deines Hochmuts Glut,
von dir nicht mehr gewollt.
Seit ich dich sah, spannt sich
ein ewiger Herbsthimmel über mich,
Kein Vogel, keine Schönheit macht mich froh -
denn du bindest mich immer noch an dich.
Mit deinem Namen auf den Lippen
find' ich irgendwann den Tod -
mit deinem Namen, jawohl Liebste,
so ist's von mir gewollt.
April 1921.
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