Danach


Es wär` so schön, nach meinem Tod
aufzustehen, wie ein Boxer
und wie von außen, linkisch, lahm
das Kommende zu überdenken:
Wie lange geht’s noch? Elend? Glanz
für den, der wesensgleich mit mir?
wann ist es aus, und ist die Grenze
ein Felssturz? Oder ein Schleier nur?
Wo endet schließlich der Tunnel?
Gab es ein Bild in meinen Augen?
Was kam danach? Wann war es erloschen?

Ich weiß nicht, was geträumt nur war:
die Verderbnis, die Vollendung,
sie fachen mich an, löschen mich aus.

Ich kann jetzt schreiben, weil ich lebe.
Ich wollte, ich könnte furchtlos leben,
doch falsch ist alles in dieser Enge.
Und die Angst ist unentschuldbar.

Ich wünschte, ich wüßte, was ich ahne,
was sicherlich eintreten wird:
weit öffnen sich alle Verstecke.

Was gefügt war, das zerfällt jetzt.
Was seine Bahn zog, steckt heillos fest.
Der Schatten huscht schneller über die Wand.
Hör‘ ich den Korpus der steinernen
Stille, die knotige Masse?
Nichts mehr verbindet, nichts mehr führt
irgendwohin:
wie durch Zauberei lassen die Zellen
die Hand der anderen fahren.

Der lebendige Körper: das Wesen
rotierender Zeiten - doch jetzt schon die
schiere Präsenz. Verklärt von keiner
Magie noch Zauber:

Anfang und Ende glühen in zwei
verankerten irdischen Orten.
Zwar erklomm ich die Höhe der Sterne,
doch Nichtiges brennt mich bis in die Knochen.

Der Anfang
ein Strom aus einem Tropfen.
Nur Leben gebiert das Leben.
Das, was lodernd durch Tausende
Jahre brennt: ausgehaltener Ton,
Abbild der lohenden Fackel,
flüssigen Irrlichtern gleichend.

Das Ende
bricht selbst in die Nichtigkeit ein.
Der Tod unterwäscht alle Ufer:
du hörst keinen Ton, nur die Abwesenheit,
die Pausen kreischen, die Stille schreit.
Im Krankenhausflur ein eiserner Eimer,
verbeult und verdreckt – und der Rückzug,
das sehnende Sinken. Der Sterne
gefügte Ordnung entschwindet.

Welche Kraft wuchs heran in mir, die mich
aus dem Nichtsein zum Glänzen gebracht?
Die Endlichkeit nimmt mich nun auf,
Die Heimat aus finsterer Leere.
Sie zischt aus dem Eisenstaub,
durchzieht mein ganzes Leben,
stößt mich und wirft mich von neuem
ins All, wo mich das blutige Tuch
verschlissener Träume empfängt.

Anderssein glüht durch die bunte Flamme.
Mein Verfall, der Erfüllung heiße Schmelze.

Leben zum Leben, Tote zu Toten –
so heißt es. – Verfehle es nicht.
Du wirst sonst zu schwarzen Schatten verwoben.

Und doch, und doch
möchte ich sehen,
wie der Tannenzapfen, der ich bin,
nach seinem Tode, danach,
seine Schuppen weit öffnet.


作者
Zsófia Balla

译者
György Buda

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Balla_Zs%C3%B3fia-1949/Azut%C3%A1n/de/34145-Danach


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