Die alte Klage


"Ach, was kümmert dich die Zukunft,
grämt dich die Vergangenheit!
Tränen sind genug geflossen,
nur auf welkem Laub vergossen,
wo kein Hoffen mehr gedeiht.

Schuld und Fluch grausamer Zeiten,
lasten sie auf dir allein?
Leiden andre nicht im Lande
grad wie du an all der Schande
seufzend in Gewissenspein?...“

Hast du solche Leidgenossen,
wird dadurch dein Herz geheilt?
Kann Gemeinsamkeit vermindern
den Verwaisungschmerz von Kindern?
Jedes fühlt ihn ungeteilt!

Schwerer wird dein eigner Kummer,
doppelt Leid wird dir zum Lohn.
Willst du andrer Wunden heilen,
mußt du ihre Schmerzen teilen,
traumbefangner Musensohn!

Wie wir hofften und uns täuschten!
Wollten in uns gehend dann
einen Aussichtspunkt erkunden,
stürzten ab, als er gefunden,
klagen nun uns selber an.

Wieviel Hefe kam nach oben
im Geschäum, wie wenig Wein!
Allzu viele ohn Gewissen
schnappten nach den besten Bissen.
Patrioten?... Nur zum Schein!

Wieviel Maulhelden auch barmten
um des Vaterlandes Not!
Führten nur das Wort im Munde,
schwätzten nur, da schon zugrunde
ging der teuren Heimat Boot.

Ist fürwahr so unabwendlich
unsres Volkes Untergang,
daß wir, fremder Macht ergeben
hilflos uns nicht mehr erheben?
Sind wir so unheilbar krank?...


作者
亚诺什·奥洛尼

译者
Martin Remané

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Arany_J%C3%A1nos-1817/A_r%C3%A9gi_panasz/de/35606-Die_alte_Klage


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