Salz und Brot


Nun schickt der Wind die Schienen voraus,
wir werden folgen in langsamen Zügen
und diese Inseln bewohnen,
Vertrauen gegen Vertrauen.

In die Hand meines ältesten Freunds leg ich
mein Amt zurück; es verwaltet der Regenmann
jetzt mein finsteres Haus und ergänzt
im Schuldbuch die Linien, die ich zog,
seit ich seltener blieb.

Du, im fieberweißen Ornat,
holst die Verbannten ein und reißt
aus dem Fleisch der Kakteen einen Stachel
- das Zeichen der Ohnmacht,
dem wir uns willenlos beugen.

Wir wissen,
daß wir des Kontinentes Gefangene bleiben
und seinen Kränkungen wieder verfallen,
und die Gezeiten der Wahrheit
werden nicht seltener sein.

Schläft doch im Felsen
der wenig erleuchtete Schädel,
die Kralle hängt in der Kralle
im dunklen Gestein, und verheilt
sind die Stigmen am Violett des Vulkans.

Von den großen Gewittern des Lichts
hat keines die Leben erreicht.
So nehm ich vom Salz,
wenn uns das Meer übersteigt,
und kehre zurück
und legs auf die Schwelle
und trete ins Haus.

Wir teilen ein Brot mit dem Regen,
ein Brot, eine Schuld und ein Haus.


作者
英格博格·巴赫曼

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