Ende SeptemberWalter Radetz 译

HerbstwendeChristian Kraft 译


Noch blühen die Blumen des Gartens im Grunde,
Noch blühen die Blumen im Tal und im Garten,

am Fenster, da grünt noch die Espe so schön,
Noch grünet die Espe vor unserem Tor,

doch naht schon des Winters bedrohliche Stunde,
Doch siehst du den Winter dort lauern und warten?

es blinket der Schnee schon von bergigen Höhn.
Schon schimmert der Schnee von den Bergen hervor.

Noch flammt mir im Herzen des Hochsommers Lohen,
Noch leuchtet der Lenz meinen flammenden Jahren,

die Fülle des Frühlings und sonniger Schein,
Der Sommer im Herzen noch glüht er und glaubt,

doch bald ist das Dunkel der Haare entflohen,
Doch siehe, schon mengt sich der Herbst meinen Haaren,

und Winter webt Fäden aus Rauhreif hinein.
Schon hauchte mir Rauhreif der Winter aufs Haupt.

Die Blume verwelkt, es flüchtet das Leben,
Es sinket die Blüte, verrinnet das Leben.

komm auf den Schoß mir, Liebliche, du!
Komm her in den Schoss mir, mein Heiligstes du!

Und hörst du jetzt lauschend mein Herz noch erbeben,
Heut hörest du lauschend mein Herz noch erbeben -

deckt morgen vielleicht mich ein Hügel schon zu.
Deckt morgen vielleicht mich ein Hügel schon zu?

Und sterb ich vor dir, wird Gram dich verzehren,
O sprich: sollt ich eher zu sterben mich legen,

du hüllest mich schluchzend ins Leichentuch ein.
Bist dus, die mir schluchzend die Augen noch schliesst?

Doch käme ein Jüngling, dich zu begehren,
Und wird dich ein Jüngling in Liebe bewegen,

sprich, o Geliebte, vergäßest du mein?
Dass du meinen Namen um seinen vergisst?

Und wirfst du einst fort den Schleier der Trauer,
Wirfst ab du als Witwe den Schleier der Trauer

so pflanze den Flor mir als Fahne aufs Grab,
Als Fahne aufs Kreuz häng ihn über mein Grab.

dann steig ich empor aus Tiefe.und Schauer
Dann steig ich empor aus den Welten der Schauer

zur Mitternachtsstund' und hol ihn herab,
Zur Mitternachtstunde, und hol' ihn hinab,

die Tränen zu trocknen, in Schmerzen vergossen
Zu trocknen daran meine Tränen, vergossen

um dich, die so treulos mein Herze betrübt.
Um dich, die so leicht ihre Treue vergibt,

Mein Herze, das dich noch verwundet umschlossen
Dies Herz zu umhüllen, darein du verschlossen,

und das dich auch jetzt noch und immerdar liebt.
Das dann noch, auch dort noch und ewig dich liebt.


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