Der Bach


Wie Blandusiens Quell rausche der Afterwelt
Deine Lispel, o Bach, tanze der Enkelin
Silberblinkend vorüber,
Grünt, ihr Erlen des Ufers, ihr!

Dieses Rieselgeräusch, welches dem Quell enttönt,
Dieses Zittern des Laubs, flüstert mein Herz in Ruh,
Gießt ein lindes Erbeben
Durch die Saiten der Seele mir.

Lieblich wirbelst du hier, Zauberin Nachtigall!
Deinem Abendgesang lauschet dein Freund hier oft,
Und dem Wellengeplätscher,
Und dem Säuseln des Uferschilfs.

Dann durchhüpf ich, als Kind, wieder die Frühlingsflur,
Trage Blumen im Hut, tummle mein Steckenroß,
Oder schaffe mir Welten,
Und bin König und Herr darin.

Ein balsamischer Hayn säuselt um mich empor,
Eine Hütte darin winket dem Schaffenden,
Und ein freundliches Mädchen
Hüpft im Garten, und lächelt mir.

Von des fliehenden Tags Golde beflimmert, rauscht
Sie durchs Rosengebüsch, giebt mir den ersten Kuß,
Fleucht, und lächelt, und birgt sich
Wieder hinter den Blüthenbusch.

Weil', ich fliege dir nach! Warum entflohest du?
Plözlich lispelt der Strauch, Himmel! sie schlüpft hervor,
Und es schüttelt der Strauch ihr
Einen Regen von Blüthen nach.

Wie Blandusiens Quell, rausche der Afterwelt
Deine Lispel, o Bach, tanze der Enkelin
Silberblinkend vorüber,
Grünt, ihr Erlen des Ufers, ihr!


作者
路德维希·赫尔蒂

来源

L. C. Hölty, Sämtliche Werke, Bd. 1–2 (1914), S. —; TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-7E3B-9; CC BY 3.0 DE; TextGrid


报错/编辑
  1. 初次上传:李大侠
添加诗作
其他版本
添加译本

PoemWiki 评分

暂无评分
轻点评分 ⇨
  1. 暂无评论    写评论