2. Kampf


Oft, wenn sie still an mir vorüberschwebt
Und lächelnd beut des holden Grußes Segen
Und mild und treu den frommen Blick erhebt,
Da träume ich, beseligt und verwegen,
Die Liebe sei's, die Gruß und Blick durchwebt,
Und auch die kühnste Hoffnung will sich regen.

Doch bange Zweifel kehren bald zurück,
Und zu mir selber sprech' ich dann mit Reue:
Wie wär' nicht mild und treu ihr Gruß und Blick?
Sie ist ja selbst die Milde und die Treue!
Und schneller, als es kam, verweht mein Glück,
Und alle Wunden bluten mir auf's Neue.


1856
作者
Christian Friedrich Hebbel

来源

Friedrich Hebbel: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Besorgt von Richard Maria Werner. 1. Abteilung: Werke, Berlin: B. Behr’s Verlag, [1911 ff]. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-3B33-B; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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