Füreder Hirtenjunges Lied


"Schäferknabe! wo ist deine Herde?
Und was soll die traurige Geberde?"
Meine Herd' ist dort am Plattensee,
Und mich tödtet ein allmächtig Weh.

Hab' nicht heut gegessen, noch getrunken;
Hier, dem Baum gleich, lieg ich hingesunken;
Und die Sonn' am Himmel geht zur Rast,
Und mir lässt sie meiner Qualen Last.

Um mich ist's geschehn! ich klag' und weine,
Denn mich flieht die Schöne, die ich meine;
Und umsonst blas' ich mein Hirtenrohr,
Sie hat Auge nicht für mich und Ohr.

Frische Milch und junge Lämmer bracht' ich,
Durch den vollen Strauss zu siegen dacht' ich;
O, was hätt' ich denn für sie geschont?
Auch die Seele nicht, die in mir wohnt.

Küsse drückt' ich auf der Holden Wangen,
Seufzend ihr am Busen voll Verlangen,
Hin zu ihr gebogen bettelt' ich
Süssen Laut von ihrem Mund für mich.

Doch, an all' das mag sie nicht mehr denken,
Und in Nacht will sie mein Lieben senken,
Und zum Mitleid rührt sie nicht mein Schmerz,
Sonstwie liebt sie nun, sonst glüht ihr Herz.

O vom Himmel sei's an ihr gerochen!
Warum hat sie mir ihr Wort gebrochen!
Warum tödtete sie meine Lust,
Und durchstiess das Herz mir in der Brust!

Bald wenn meine Herde sich vergangen,
Und im Wahnsinn selbst mein Geist befangen,
Wird man sagen hören sicherlich:
Thor aus Liebe! Schäfer! Schad' um Dich!


作者
Mihailo Vitković

译者
Ludwig Draut

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Vitkovics_Mih%C3%A1ly-1778/F%C3%BCredi_p%C3%A1sztor_dala/de/33080-F%C3%BCreder_Hirtenjunges_Lied


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