Es peinigt ein Gedanke mich:
Im Bett zu sterben alt und siech,
Verwelken, wie die Blume still verdorrt,
An der des Wurmes Zahn verborgen bohrt,
Erlöschen still, wie Kerzenlicht vergeht,
Das in verlassner leerer Stube steht. -
Befrei mich, Herr, von solcher Not,
Gib jung mir einen schönren Tod.
Ich sei ein Eichbaum, den ein Blitz zerschmettert,
Oder der Sturm entwurzelt und entblättert.
Ich sei ein Felsblock, der im Donnergrolle
Das All erschütternd in den Abgrund rolle.
Einst treten alle Völker an,
Abschüttelnd ihrer Knechtschaft Bann,
Rot glühn die Wangen, rote Fahnen wehen,
Darauf die heiligen drei Worte stehen:
Freiheit für alle!
Dies Wort erschalle
Und halle brausend zwischen Ost und West,
Wo Zwingherrschaft zum Kampf sich stellen lässt;
Dort will ich als Held
Jung fallen im Feld.
Dort ströme mein Herzblut aus tödlicher Wunde.
Tönt jauchzend das Wort mir, mein letztes vom Munde,
Gehs unter im Schlachtenlärm, stählern und schrill,
In Hörnergeschmetter, Kanonengebrüll,
Und über mir her
Fort stürme das Heer
Auf schnaubenden Rossen zum herrlichen. Siege,
Derweil auf der Walstatt zertreten ich liege. -
Dort lese man mir die Gebeine auf,
Folgt der Bestattung hoher Tag darauf,
Wo man bei feierlichen Trommelklängen,
Umflorten Fahnen, dumpfen Trauersängen
Vereint begräbt die Braven, die ihr Leben
Für dich, du heilige Freiheit, hingegeben.
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