Gehen


Mit diesem Gang, so,

wie ich gehe. Mein Knöchel

bewegt sich und mein Fuß.

Ich kann gehen. Umhergehen.

Gestern spazierte ich bis

an eine Straßenecke. Aber

es war zu kalt draußen und

ich kehrte lieber um. Bis

zur Szív. Und nach Hause. Fast

wäre ich erfroren. Ich hatte keine

Handschuhe bei mir. Ich versuchte

nicht zu frieren, daran zu denken.

Ich versuchte nachzudenken.

Ja, aber mir fiel

nichts anderes ein,

als daß es kalt ist und daß

Handschuhe gut wären. Heute

gehe ich mindestens bis zum Körönd.

Das ist mein Plan. Das heutige

Programm. Diese Vorstellung

verwirkliche ich.

So, daß ich wieder bis

zur Ecke Sziv und Szondy gehe

und die Sziv entlang

bis zur Aradi, bei der

Aradi links, Szinyei M.,

rechts hinein:

und Körönd. Mein Leben ist

Gehen. Oder besser

Ziehen. Eine Kette. Also

das Leben besteht aus

Gehen und Ziehen. Oder

setzt sich zusammen.

Keine ruhige Sprache. Aber

nicht feige. Sechsunddreißig Zeilen.

So viele Worte. So viele Buchstaben.


作者
Endre Kukorelly

译者
Andrea Seidler

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Kukorelly_Endre-1951/J%C3%A1r%C3%A1s/de/3923-Gehen


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