für Sanyi
Sie gab uns Mut. Das dicke Mädchen, wie es vor uns über die Felsen kletterte. Wenn sie es schafft, dann auch wir. Die senkrechte Felsenwand mühsam herunterklettern, während man sich an der Höhenangst festhält. Unten peitscht das Meer die Felsen, du schaust nicht nach unten, hörst es nur. Vielleicht peitscht es auch uns, schon bald. Aber es gab keine Zeit nachzudenken, wir mussten klettern, immer weiter neben dem dicken Mädchen, während uns die ganze Zeit schwindelte. Unmöglich, wiederholen wir immer wieder halblaut. Dass man nur nur so herunter kommen kann. Und überhaupt. Zum Strand der Herzogin, von Felsen abgeschottet, zu ihrem Terrain der Einsamkeit. Und nach dem erfrischenden Eintauchen konnten wir uns nicht vorstellen, wie wir da zurückklettern sollten. Und überhaupt. Wie konnte die Herzogin hierher gelangen. Durch eine geheime Tür vielleicht. Und der arme Rilke, wie hat er es geschafft. Ich weiß es nicht, stumm sind die Eidechsen von Duino. Wir müssen jetzt aufpassen und klettern. Dem dicken Mädchen hinterher.
Monika Rinck und
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