Ebenso weit


Der abgetrennte Kopf eines Rehbocks

ist an die Wirtshaustheke gelehnt.

Die Augen geschlossen, aus dem Maul

tropft Blut auf den Boden. Um den Kopf

herum warmer Dunst, als ob er noch nicht

ganz tot wäre, als ob er sich noch in eigener

Nähe befände, hier im Wirtshaus, das voll

mit seinem penetranten Geruch

und jener Wärme ist, die er selbst ist.

Vor ein paar Stunden lief er noch dort oben,

im Eichenwald, in jenem schmalen

Streifen, zwischen den letzten Augenblicken

der Nacht und den ersten des Morgens,

in jener nicht benennbaren Tageszeit,

die nicht mehr als eine oder

höchstens zwei Minuten ausmacht.

Er trat hinaus auf die Lichtung, unter

die Stromleitung, die den Berg längs

durchzieht, blieb stehen, dann war sein

nächster Schritt eher eine Art Ausdehnung

in alle Richtungen aus einem

pochenden Zentrum, etwa wie ein

mysteriöser, unsichtbarer Atomblitz,

danach war er überall, von allem

oder in allem ebenso weit,

und der Tag brach immer noch nicht an,

blutige Schnürstiefelspuren

auf dem Linoleumbelag.


作者
Ákos Győrffy

译者
Julia Schiff

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Gy%C5%91rffy_%C3%81kos_-1976/Ugyanannyira/de/34174-Ebenso_weit


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