Ferne, nicht sehr liebenswerte Gesichter. Die Rauheit ihrer Sprache.
Sonnenblumenfelder. Eine magere Kuh, die aus dem toten Arm trinkt.
Die rundlichen Formen der Sandbänke des gesunkenen Flusses.
Woran klammern sie sich. Auf welche Oberflächen ranken sie sich hoch,
wie der Efeu. In welche Materie senken sie ihre Krallen, damit
keinerlei Kraft sie von dort wegbewegt.
Rücklings im Weizen. Der Seelengeruch, der durch die Poren
der Haut, eher in der Gegend des Genicks und der Ohrläppchen an die
Oberfläche strebt, und dort mit öligem Licht glänzt. Die im Wind sich
legenden Ähren. Noch mehr. Zu viel. Von oben her strebt dieser Geruch
in sein Leben.
Eine tote Schwalbe im Sand vom Wegrand. Auf ihren Flügeln wimmeln
die Käfer. Junge, und schon abgenutzte Körper. Und was der Körper
verdeckt. Es müsste grauenvoll sein. Der krätzige, dicke, an kurzer
Kette tobende Hund müsste grauenvoll sein.
Leer. Schale. Sand. In der Tiefe eines seit Millionen Jahren nicht mehr
existierenden Meeres.
Gegrunze. Grunzsprache. Die Fliegen strömen in die Küche. „Es reicht,
ich kann nicht mehr. Und was ist, wenn ich nicht kann. Dann kann ich
weiter, indem ich nicht kann. Hier bin ich verlassen. Verlassen war ich
schon im Mutterleib. Nur Kartoffel und Zwiebel soll es geben. Ich bin
nicht mehr als ein Traktor. Kann nicht gehen. Kann nicht aufstehen.“
Der Duft des Engels, wie er von oben hereinbricht. Feldwege, Schafsscheiße,
Goldamsel. Unter der riesigen Pappel denkt er daran, sich die Pulsader
Aufzuschneiden. Neben dem Ziehbrunnen hatte er die rostige Rasierklinge
gefunden. Kein besonderer Grund. Nur dass er im Schatten der Pappel sitzt,
an seiner Zigarette zieht, und inzwischen kriecht ihm das Nichts im Körper
von den Zehen her nach oben hin. Nichts Besonderes.
Nicht weit von ihm schläft ein Hirte im Akazienhain. Die Lämmerwolken
des sommerlichen Himmels treiben langsam nach Nordost hin.
Er lebt nicht. Der sich vollziehende Tod, wie Lerchen, die über der Wiese
schweben. Nicht verloren gehen in den geschlossenen Stromkreisen der
Gedanken. Er betrachtet die mit Duft und Licht gefüllte Leere.
Eine rostige Rasierklinge im Sand. Ein Kohlweißling fliegt auf die Klinge.
Er betet am Fuß des Heuschobers. Weiß nicht, wie man zu beten hat.
Die Fliegen leben drei Wochen lang, wird später jemand sagen.
Sie haben es gut. Drei Wochen reichen gerade so. Er denkt an sich
wie an einen nicht wieder gutzumachenden Irrtum.
Er liegt auf der Schafweide zwischen Wegwarten.
Irgendwo unaussprechbar fern schläft der Hirte.
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