Isola


Dass er erschüttert werden müsste, nur den Zwang zur Erschütterung
hatte er gefühlt. An der Steinmauer der Mole sitzend versuchte er,
vom Anblick erschüttert zu werden. Schaute übers Wasser hinweg,
versuchte an die Endlosigkeit zu denken, musste aber eher lächeln
davon. Eher dass es groß ist, dachte er, dass dies sehr groß ist, aber
dass es endlos ist, das nicht.

Nicht den Anblick, sondern eher das Gewicht, das könnte er allenfalls
fühlen. Aber nein, auch das nicht. Vielleicht bedeutet das Ganze hier überall
um ihn herum nichts. Hat keine Bedeutung, gibt keine Kunde, sendet keine
Botschaft. Oder steckt der Fehler in ihm. Oder ist er selbst der Fehler.

Manche der Möwen ist riesig geworden. Frachtschiffe, weit drinnen,
kaum sichtbar. Als ob sie sich bewegten, man kann aber ihr Fortkommen
mit nichts ins Verhältnis stellen. Woher, wohin.

Ein altes Haus, auf den Hafen schauend, mit seinen geschlossenen Spaletten,
salzzerfressener Engelstatue und Marmorwappen an der Fassade.
Ein seit fünfhundert Jahren auf das Meer schauendes Fenster, das könnte
eventuell etwas sagen. Vielleicht ist dies das genaueste.
Ein geschlossenes Fenster schaut auf das Meer.


作者
Ákos Győrffy

译者
Julia Schiff

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Gy%C5%91rffy_%C3%81kos_-1976/Isola/de/34186-Isola


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