Jetzt, wo du nicht bist, mehre ich dich.
Du zeigst dich an salzigen Scherben
meiner Augen wie eine Urzeitkreatur.
Wo ich dich ehedem las
wie Gottes erste Schriftzeichen.
Unsere Körper erreichten die Meere
den Plan der Instinkte am Morgen befolgend.
Noch waren wir nicht zu Sand und Welle
zerfallen, noch war mein Schiff kein Schwemmholz.
Unsere Überwelt war dem Himmel verbunden.
Wir liebten einander
in bärenschattigen Wäldern.
Auf dem Eis der Erinnerung schreite ich jetzt.
Und ich denke an dich, mein verlassenes Land,
an den Wildwuchs, gezwungen
in so manche Ordnungen.
Du bist meines langen Rausches schwankende Laterne.
Ich schreite auf frostigem Boden, suche den Ort,
wo ich dich begraben, sehe die Endgültigkeit des Unmöglichen.
Ich bin endlich. Wie sollten meine Gedanken,
Taten endgültig sein? Wie könnt‘ ich das Schwerste
auf immer und ewig hinter mich bringen,
die abgetriebene Liebe?
Alle Schlösser besiegt eine spätere
Zufallsbegegnung, ein alles vermögender
Dietrich! Im hintersten Winkel des Denkens
patrouilliert die Magd namens Hoffnung.
Glocken werden geläutet gegen die Dürre.
Gegen den Winter brennen die Puppen aus Stroh.
So dachte auch ich hinter Träumen verborgen,
den ich begraben, werde wiedergeboren:
daß er stürbe, um zu mir zu kehren,
wie ein Karstbach zutage tritt, wie
Persephone auf der Erde erscheint
und im froststarren Februar in die Oberwelt findet.
Freude raucht nur in der
Sternschnuppen Kondensstreifen.
Ewiges Leben währt nur im Verlust.
Wer Angst hat, wird nie zur Ganzheit reifen.
Wie die durstige Nacht sich zum See beugt,
so erkaltet an mir, wie die Leidenschaft,
meine Einsamkeit.
Jetzt platzt ihre kalte Haut auf.
Ich steige auf in den Himmel –
Mond bin ich, befreit!
Mir allein gehört das Alleinsein.
Nicht mehr schleppt mich die Vorzeit
mit, sie läßt mich an meine Ängste heran:
sie glitzert über mir in tausend Scherben.
Stein bin ich. Gedenke ohne Sehnsucht.
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