An Emilien


Deine Liebe, du Traute!
Hat oft so freundlichen Trost mir geweiht,
Stimmt noch so froh meine Laute,
Wenn auch der Nord meine Blüten zerstreut.

War ja mein Leben so öde,
Ach, und so düster und trübe mein Sinn,
Wallte so scheu und so blöde
Meinen so einsamen Lebenspfad hin.

Trug ein so inniges Sehnen,
(Das mich zu dir nun, du Herrliche! zieht),
Weinte oft schmerzliche Tränen,
Daß Gott kein liebendes Herz mir beschied.

Aber da nahtest du, Liebe!
Dich der Verlassenen so freundlich und mild,
Nicht mehr schien alles mir trübe,
Sanft war mein Sehnen und Harren gestillt.

Und es verstummte die Klage,
Die – ach – so tief aus dem Herzen sich rang,
Nimm denn am festlichen Tage,
Der dich einst gab, meinen innigsten Dank. –

Walle entfernt jeder Plage
Still durch dein Leben mit fröhlichem Mut,
Lieb, und verzeih mir die Frage:
»Bleibst du wohl immer so herzlich mir gut??«


1814
作者
Luise Hensel

来源

Frank Spiecker: Luise Hensel als Dichterin. Evanston: Northwestern University, 1936. | https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-5369-8 | CC BY 3.0 DE; attribution: TextGrid, www.editura.de


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