Wie das Meer


Sei still in Gott, still wie das Meer!
Nur seine Fläche streift der Wind,
Und tobt als Sturm er noch so sehr,
Wiß, daß die Tiefen ruhig sind.

Sei weit in Gott, weit wie das Meer!
Es wogt nicht blos am heim'schen Strand.
Und wird dirs auch zu glauben schwer,
Wiß, drüben giebts doch wieder Land.

Sei tief in Gott, tief wie das Meer!
Nach dort, wo dich die Welt vergißt,
Sei dein Verlangen, dein Begehr.
Wiß, daß die Tiefe Höhe ist.

Ja, sei, mein Herz, stets wie das Meer
In Gott so still, so tief, so weit!
Dann landest du nicht hoffnungsleer
Am Küstensaum der Ewigkeit.


作者
Karl May

来源

Himmelsgedanken. Gedichte von Karl May. Freiburg i.Br.: Friedrich Ernst Fehsenfeld (1900). XI, 360 S., 2 Bl. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0004-2F46-A; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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