Die Leiden


Es ging ein Schwert durch meine Seele,
Wie es einst durch Maria ging.
Ob ichs gesteh, ob ichs verhehle,
Daß ich zu sehr am Irdschen hing,
Es ward durch dieses Schwert getroffen,
Und ich, ich laß die Wunde offen.

Nun wird es langsam sich verbluten.
Zwar ists mein eignes Blut, das fließt,
Doch auch die Gegnerschaft des Guten,
Die aus der Wunde sich ergießt.
Ich laß das alte Leben rinnen,
Ein neues, bess'res zu gewinnen.

Es ist der große Zweck der Leiden,
Der durch die ganze Schöpfung geht:
Sie nahen nur, um auszuscheiden,
Was Gottes Rathschluß widersteht.
Ich will im Leid, das mir geschehen,
Nur göttliche Erziehung sehen.


作者
Karl May

来源

Himmelsgedanken. Gedichte von Karl May. Freiburg i.Br.: Friedrich Ernst Fehsenfeld (1900). XI, 360 S., 2 Bl. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0004-2D47-9; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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