An Sylvien auf ihren namens-tag


Dein edler namens-tag zeigt heute seinen schein;
Mir aber meine pflicht/ dich würdig anzubinden;
Allein wo soll ich was bey meiner armuth finden/
Weil federn und papier für dich zu wenig seyn?
Mein wollen ist zwar groß/ doch mein vermögen klein/
Drum laß mich/ was ich kan/ dir zum geschencke winden:
Denn wer die liebe will auff gold und reimen gründen/
Schleust nur viel prahlerey und wenig freundschafft ein.
Ich biete dir mein hertz zum opffer selber an/
Mein hertze/ das dich zwar nicht/ schönste/ binden kan;
Weil du es schon vorlängst mit ketten angebunden/
Legst du es aber nur zu deinen füssen hin/
So glaube/ daß ich auch in ketten lustig bin;
Weil es nach so viel angst doch einen ruh-platz funden.


作者
Benjamin Neukirch

来源

Neukirch, Herrn von Hoffmannswaldau und anderer Deutschen ... Gedichte I (1695), repr. de Capua/Philippson, Niemeyer 1961. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0004-6008-E; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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