Die Freiheit der Sünde


O glaube nicht, daß du durch deine Sünde
Die Welt verwirrst! Wie du auch freveln mögest,
Und ob du Gott dein Ich auch ganz entzögest,
Du hinderst nicht, daß sie zum Kreis sich ründe!

Ja, ob du, in des innern Abgrunds Schlünde
Hinunter taumelnd, völlig dich betrögest
Und dich hinauf zur Götter-Freiheit lögest,
Doch trifft dich das Gericht, das ich verkünde!

Wir leben nur im Ewigen und Wahren,
Und ihm entfliehen wollen, würde heißen,
In uns'rer Brust den Odem anzuhalten;

Wir können's, doch es wird sich offenbaren,
Daß wir das eig'ne Lebensband zerreißen
Und Nichts dadurch im Aether umgestalten.


1845
作者
Christian Friedrich Hebbel

来源

Friedrich Hebbel: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Besorgt von Richard Maria Werner. 1. Abteilung: Werke, Berlin: B. Behr’s Verlag, [1911 ff]. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-3D34-C; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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