Herbstgefühl


Grünen, Blühen, Duften, Glänzen,
Reichstes Leben ohne Gränzen,
Alles steigernd, nirgends stockend,
Selbst die kühnsten Wünsche lockend:

Ja, da kann ich wohl zerfließen,
Aber nimmermehr genießen;
Solche Flügel tragen weiter,
Als zur nächsten Kirschbaum-Leiter.

Doch, wenn roth die Blätter fallen,
Kühl die Nebelhauche wallen,
Leis durchschauernd, nicht erfrischend,
In den warmen Wind sich mischend:

Dann vom Endlos-Ungeheuren
Flücht' ich gern zum Menschlich-Theuren,
Und in einer ersten Traube
Sieht die Frucht der Welt mein Glaube.


1836
作者
Christian Friedrich Hebbel

来源

Friedrich Hebbel: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Besorgt von Richard Maria Werner. 1. Abteilung: Werke, Berlin: B. Behr’s Verlag, [1911 ff]. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-39AF-9; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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