's ist Mitternacht


's ist Mitternacht!
Der Eine schläft, der And're wacht.
Er schaut bei'm blauen Mondenlicht
Dem Schläfer still in's Angesicht;
D'rin thut ein böser Traum sich kund
Wie seltsam zuckt er mit dem Mund!
's ist Mitternacht,
Der Eine schläft, der And're wacht.

's ist Mitternacht!
Der Eine schläft, der And're wacht!
»So sah der Freund noch immer aus,
Er greift zum Dolch, es macht mir Graus,
Er stößt, er lacht – du triffst ja mich!
Erwache doch! Ich rüttle dich!«
's ist Mitternacht!
Der And're ist nur halb erwacht.

's ist Mitternacht!
Der And're ist nur halb erwacht!
Er stiert, er ruft: so lebst du noch,
Verruchter, und ich traf dich doch?
So nimm noch den! Hei! der war gut!
Warm spritzt mir in's Gesicht dein Blut!
's ist Mitternacht!
Nun schlafen Beide, Keiner wacht.

's ist Mitternacht!
Sie schlafen Beide, Keiner wacht!
Du wüste Eul' im Eibenbaum,
Du krächztest ihn in diesen Traum,
Nun fängt die häm'sche Dohle an,
Ob sie ihn nicht erwecken kann.
's ist Mitternacht,
Gott gebe, daß er nie erwacht!


1843
作者
Christian Friedrich Hebbel

来源

Friedrich Hebbel: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Besorgt von Richard Maria Werner. 1. Abteilung: Werke, Berlin: B. Behr’s Verlag, [1911 ff]. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-3931-0; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


报错/编辑
  1. 初次上传:李大侠
添加诗作
其他版本
添加译本

PoemWiki 评分

暂无评分
轻点评分 ⇨
  1. 暂无评论    写评论