Virgo et Mater


Der Jungfrau Bild,
Im Arm das Kind,
Blickt sanft und mild
Durch Nacht und Wind.
Ein armes Mägdlein knie't davor,
Sie schaut nur dann und wann empor,
Doch, wenn das Lämpchen Funken sprüht,
So sieht man, wie sie glüht.

Die Lampe geht
Auf einmal aus;
Ihr Athem steht,
Sie schwankt nach Haus.
Die Jungfrau kann ihr nicht verzeih'n,
Die Mutter wird sie benedei'n,
Stellt sie der Heil'gen über's Jahr
Mit ihrem Kind sich dar.

Sie fühlt's, und spricht:
Du reine Magd,
Dir gleich' ich nicht,
Doch unverzagt!
Dir, Mutter, die der Sohn erkannt,
Die unter'm Kreuz noch bei ihm stand,
Dir will ich gleichen für und für,
Und dann vergiebst du mir!


1841
作者
Christian Friedrich Hebbel

来源

Friedrich Hebbel: Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Besorgt von Richard Maria Werner. 1. Abteilung: Werke, Berlin: B. Behr’s Verlag, [1911 ff]. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-3B21-4; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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