Nach dem Ball


Die Nacht kriecht in die Keller, muffig matt.
Glanzkleider torkeln durch der Straßen Schutt.
Gesichter sind verschimmelt und kaputt.
Kühl brennt der blaue Morgen auf der Stadt.

Wie bald Musik und Tanz und Gier zerrann ...
Es riecht nach Sonne. Und der Tag beginnt
Mit Schienenwagen, Pferden, Schrei und Wind.
Ein Mann streicht einen Herrenrumpf grau an.

Alltag und Arbeit staubt die Menschen ein.
Familien fressen stumm ihr Mittagsmahl.
Durch einen Schädel schwingt noch oft ein Saal,
Viel dumpfe Sehnsucht und ein Seidenbein.


1913
作者
Alfred Lichtenstein

来源

Alfred Lichtenstein: Gesammelte Gedichte, hrsg. Klaus Kanzog, Zürich: Arche, 1962. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-EBD5-D; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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