Nebel


Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.

Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, daß sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.

Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weißen Elendsaugen
Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.


1913
作者
Alfred Lichtenstein

来源

Alfred Lichtenstein: Gesammelte Gedichte, hrsg. Klaus Kanzog, Zürich: Arche, 1962. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-EB94-0; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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