Trüber Abend


Der Himmel ist verheult und melancholisch.
Nur fern, wo seine faulen Dünste platzen,
Gießt grüner Schein herab. Ganz diabolisch
Gedunsen sind die Häuser, graue Fratzen.

Vergilbte Lichter fangen an zu glänzen.
Mit Frau und Kindern döst ein feister Vater.
Bemalte Weiber üben sich in Tänzen.
Verzerrte Mimen schreiten zum Theater.

Spaßmacher kreischen, böse Menschenkenner:
Der Tag ist tot ... Und übrig bleibt ein Name!
In Mädchenaugen schimmern kräftge Männer.
Zu der Geliebten sehnt sich eine Dame.


1912
作者
Alfred Lichtenstein

来源

Alfred Lichtenstein: Gesammelte Gedichte, hrsg. Klaus Kanzog, Zürich: Arche, 1962. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-EBD0-8; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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