Kaiser Karl


Herr Kaiser Karl, der fromme Mann,
Ließ viele Menschen zu Tode schlahn;
Er schlug sie tot um das Christentum:
Das brachte ihm ungeheuren Ruhm.

Und saß zu Aachen in seiner Pracht,
Im Wams aus Otternfell gemacht;
Und alle Völker nah und fern,
Die beugten sich dem gewalt'gen Herrn

Und brachten Geschenke aus aller Welt,
Viel Gold und Seiden und Gezelt;
Ihm bracht der Kalif aus Morgenland
Eine Uhr und einen Elefant.

Doch Kaiser Karl, der fromme Held,
Er sprach: »Was nutzt mir Gold und Geld,
Was soll der fremde Elefant? –
Hab schönre Dinge im eignen Land!«

Und zog hinauf den grünen Rhein,
Und pflanzte die Rebe zu Ingelheim;
Und pflegte sie mit derselben Hand,
Die hundert Völker überwand,

Ja pflegte sie mit der blutroten Hand,
Die hundert Völker überwand –
Und dies ist der Grund, daß zu Ingelheim
Noch heute wächst der blutrote Wein.


作者
格奥尔格·维尔特

来源

Georg Weerth: Sämtliche Werke in fünf Bänden. Herausgegeben von Bruno Kaiser, Berlin: Aufbau, 1956/57. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0005-965F-4; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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