Kriegsklage an unsere Feinde


Kann nicht mehr fluchen. Ich muß trauern und schweigen,
Da sich die Völker endlos belauern, endlos die Zähne zeigen.
Muß sie bedauern. Die Träne will still steigen.

Ohne Nutzen wühlen in Wut die Nie-Satten,
Lassen das Eisen nicht kühlen, nie ermatten.
Tot ist all ihr Fühlen. Es rasen nur Schatten.

Hassende sind sie, die geistlos weitertöten.
Gegenwart wird verhallen, Zukunft erröten.
Sie lallen sinnlos, haben Vernunft vonnöten.

Ihr Götze lacht, der Neid, den Ohnmacht geboren.
Sie haben für Lust und Leid den Sinn verloren,
Abgestumpft vom Streit, dem Hunger vor den Toren.

Der Erde wachsen Sorgen wie Leichenhaufen.
Alle wollen das Morgen im Blut ersaufen.
Doch vom Tod ist nichts zu borgen, nichts zu kaufen.


1917
Tosari
作者
马克斯·道滕代

来源

Max Dauthendey: Gesammelte Werke in 6 Bänden, Band 4: Lyrik und kleinere Versdichtungen, München: Albert Langen, 1925.; TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-7992-F; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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