Geisterstrasse


Mich widert alles an. Ich wünsche keine Tänze mehr.

Was kannst du mir schon zeigen, Freund? Die

Meistertänzer selbst von Knidos vermochten keine

solche zu erfinden,

Und auch Musik nicht - was soll mir das? Einstmals

erfand ich selbst gar manche Weise,

Die summe ich, wenn überhaupt. Ich schweige

lieber. Den besten Teil des Lebens verbrachte ich

im Dunkel.

Den des sich tief verhüllenden, schweigsamen

Mannesalters.

Ein kalter Hauch. Wie wenn auf stiller und

gefahrvoller Straße man nächtens einsam wandelt.

Und alles wäre dort ein Lodern, als verschössen

sechzig Fackeln feuriges Geflacker

Ins Nichts. Denn dort ist keine Seele. Es ist die

Geisterstraße.

Noch ein paar Schritte geh, und du bist bald selbst

ein Balg,

Und dein erprobtes, altes Herz - ein Fraß der

Hunde.

O ja, ich hatte einst an manchem meine Freude: an

Seemannsliedern,

An glühend-goldenen Rosen ungestümen

Sonnenglasts…

Und was ich sonst noch liebte - weiß ich's noch?

Welch brennender Genuß war dieses irdische Feuer,

Das mich durchdrang, ich schauerte und wünschte

Mir

Eiskalte Nacht dazu… Die Nächte heute:

Sind einzig meine Ganzheit… Glaubt nur ja nicht,

daß ich stöhne,

Vielmehr vergessen will ich alles; was gewesen, mich

ganz verhüllen, untergehen noch mehr darin,

Was mir noch hier gebührt, mein Anteil ist:

Dich besser zu ergründen, wer Du bist - so düster

wirklich? -

Dem ich so lange schon im Finstern gegenüberstehe:

wortkarger Fürst, unfaßbares Vergehen.


作者
米蘭·富斯特

译者
Géza Engl

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/F%C3%BCst_Mil%C3%A1n-1888/Szellemek_utc%C3%A1ja/de/3383-Geisterstrasse


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