Brief an Mór Jókai


Da der Reichstag nun vertagt ist,
braucht man keine Diktion.
Jeder weiß, wofür wir kämpften,
war ja nichts als Fiktion.
Stiller Frohsinn herrscht im Lande,
ja, wir hüpfen wie der Sperling,
doch daß wir's zu toll nicht treiben,
dafür sorgt schon Herr von Schm(erling).

Laß die Sorgen drum, mein Maurus,
geh nicht mehr ins Parlament,
auch das Neugebäude meide,
wo man ohnehin dich kennt.
Geh in dich, und beichte also:
"Oft war, was ich sagte, Phrase,
nicht die reine Wahrheit eben,
faß ich selbst mich an der Nase.

Kurzgeschichten, die versprochnen,
sollten indisch, türkisch sein,
auch die Frist stand festgeschrieben:
Tag des heiligen Nimmerlein.
Immer blieb es beim Versprechen,
alle Nimmerleins verflogen,
die je standen im Kalender,
ich gesteh's, ich hab gelogen!

Schweinerei, ich kann's nicht leugnen,
was ich, Freund, Dir angetan,
dafür kriegst ein Meisterstück Du,
ja, ich fang noch heute an!
So was stand noch nie im Heute,
werden alle Leser sagen,
und sich nie was Beßres wünschen -
zum Beispiel: als Totenlaken!"


作者
亚诺什·奥洛尼

译者
Géza Engl

来源

https://www.babelmatrix.org/works/hu/Arany_J%C3%A1nos-1817/Lev%C3%A9l_J%C3%B3kaihoz/de/35594-Brief_an_M%C3%B3r_J%C3%B3kai


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