Der Fähndrich

Fliegendes Blatt.

Marschiert ihr Regiment
Nun in das Feld,
In aller Welt
Viel Krieg ist heuer zu finden.

Bey der Frau Wirthin Nachts,
Sie kehrten ein:
»Wollen lustig seyn,
Das Mädchen schläft allein.«

Und als das Mädchen nun
Vom Schlaf erwacht,
Und sich bedacht,
Da fing sie an zu weinen.

»Ey schwarzbraun Mädchen sagt,
Was weint ihr hier?«
»Ein schöner Offizier,
Hat mir genommen mein Ehr!«

Der Hauptmann ein braver Mann,
Die Trommeln rührt,
Die Trommeln rührt,
Den Feldmarsch läst er schlagen.

Er ließ marschieren sie,
Zu zwey und drey,
Zu drey und zwey,
Auf daß sie ihn erkenne.

»Mamsell erkennt ihr ihn?«
»Ich kenn ihn wohl
So schön und voll,
Er thut die Fahne schwenken.«

Der Hauptmann, ein solcher Mann,
Den Galgen baut,
Den ihr weit schaut,
Den Fähndrich dran zu hängen.

»O liebster Kammerad,
Wenn einer fragt,
Ihr ihm doch sagt,
Ich wär mit Ehrn erschossen.«

Des andern Tages kam
Des Fähndrichs Frau:
»Mein Mann nicht schau,
Wo ist er denn geblieben?«

»Dort draussen vor dem Thor,«
Sie sagten an,
»Den armen Mann,
Zwey Jäger ihn erschossen.«

So geht es in der Welt,
Wenn man verliebt,
Wenn man verliebt,
Muß man sein Leben lassen.


作者
阿尔尼姆

来源

TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-0B3C-5; Des Knaben Wunderhorn, Studienausgabe, Bd. 1 (Kohlhammer 1979), S. 346-; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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