Gastlichkeit des Winters

Mündlich.

Der Winter ist ein scharfer Gast,
Das merkt ich an dem Dache;
Mein Lieb gab mir ein Kränzelein
Von Perlen fein,
Das hab ich von ihr tragen
An meinem Bart und Kragen.

Der Sommer ist ein sanfter Gast,
Es tröpfelt von dem Dache;
Mein Lieb gab mir ein Kränzelein
Im Sonnenschein,
Da ist es aufgethauet,
Von Eis war es erbauet.

Ja traue nur dem Schleicher nicht,
Viel lieber scharfe Worte;
Der Sommer giebt wohl Kränzelein
Von Blumen fein,
Zu ihr kann ich nicht gehen,
Vom langen Tag gesehen.

Zu Ostern, als die Fasten aus,
Da längerten die Tage,
Mein Lieb gab mir ein Unterpfand,
Zween Aermlein blank,
Darin sollt ich mich rüsten,
Zu unsres Winters Lüsten.

Was acht ich der Waldvöglein Sang,
Und aller Kläffer Zungen;
Lieg ich in meinen Aermlein blank,
Ich weiß ihr Dank,
Ich kann von ihr dann träumen;
Wie lange wird sie säumen?


作者
阿尔尼姆

来源

TextGrid https://textgridrep.org/browse/-/browse/k7bm_0; Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder. Studienausgabe, hrsg. Heinz Rölleke, Bd. 1 (Kohlhammer, 1979). p. 36-; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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