Ein Trinklied beim Sternenklang


Liebe Hand, Dich darf ich drücken,
Bringst mir einen Becher Wein,
Und die holden Sterne blicken
In den Becher froh hinein;
Zweifelnd bin ich im Entzücken,
Trink ich erst den duftgen Wein?
Soll ein Kuß mich erst beglücken?
Beides, beides ist nun mein!
Rathet mir treulich, liebliche Sterne,
Grüße Euch alle, nahe und ferne!

Fliehst Du scheu vor meinem Blicke
Und verschüttest meinen Wein,
Führt mein Ruf dich nicht zurücke,
Ach, so bist Du doch nicht mein!
Heiße Liebe, Deine Tücke
Läßt mich schmerzlich hier allein,
Als ich meinem stillen Glücke
Wollte froh entgegen schrein;
Feurige Zungen sind da erklungen,
Aber mein Liebchen ist mir entsprungen.

Wandelt weiter, kalte Sterne,
Spiegelnd im vergoßnen Wein,
Suchet Ihr doch stets die Ferne,
Nah und ferne, nichts ist mein.
Nur der Tropfen, den ich hege,
Löset meines Herzens Klang,
Schweigend geht Ihr Eure Wege,
Euren stillen, gleichen Gang;
Als ich noch hoffte, seid Ihr erklungen,
Jetzt wie so stille, feurige Zungen.


作者
阿尔尼姆

来源

TextGrid https://textgridrep.org/browse/-/browse/k56n_0; Achim von Arnim: Sämtliche Werke. Band 23: Gedichte, Teil 2, Herausgegeben von Wilhelm Grimm, Tübingen: Niemeyer/ Berlin: Veit, 1976.; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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