Wer wacht in dieser hellen Nacht


Wer wacht in dieser hellen Nacht,
Und regt um mich die Hände?
Und reißt mich aus der Schlafes Macht?
Ich seh nur weiße Wände,
Die rings der Mondenglanz bescheint,
Am Fenster manches Tröpfchen weint,
Gern küßt' ich die in raschem Lauf,
Wie eisig kalt ist diese Nacht.

Nach solchem warmen Tage,
Wer hat die Wärme angefacht,
Wer bringt der Kälte Plage,
Bald wärmet mich dein erstes,
Bald wärmet mich dein Händedruck,
Bald deiner Lippen rother Schmuck.

So schleich' ich wie ein Nachtdieb hin
Und geh' auf rechten Wegen,
Die Treue ist mir kein Gewinn,
Der Glaube giebt nicht Segen,
Und selbst der Reichthum mich nur quält
Im armen Land, dem Freiheit fehlt,
Die Liebe einzig lohnet mir
Was ich durch Tugend hier verlier'.


作者
阿尔尼姆

来源

TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-07D1-8; Achim von Arnim: Sämtliche Werke. Band 22: Gedichte, Teil 1, Herausgegeben von Wilhelm Grimm, Bern: Lang, 1970 [Nachdruck der Ausgabe Weimar, 1856].; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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