Stern und Irrlicht


Vergnüglich flog ein Irrlicht durch die Moore,
Da rief aus Wolkenhöh'n herab ein Stern:
Wer bist du? Welcher Raum hat dich verloren?
Komm doch zu mir herauf, ich seh' dich gern!

Oft hab' ich deine Bahnen schon betrachtet
Und um sie zu berechnen sann ich viel.
Bald sah ich leuchtend dich, bald tief umnachtet –
Woraus besteht dein Kern, was ist dein Ziel?

Ach, sprach der Irrwisch, setzte sich und keuchte,
Bemühn sich Euer Gnaden nicht um mich!
Entschuldigen Sie gütigst, daß ich leuchte,
Ich freu' mich hier, es ist so sommerlich.

Mein Kern ist anspruchslos, das ist es eben.
Ich kann mich aus dem niedern Aufenthalt
Der feuchten Atmosphäre nicht erheben;
Bei Euch wär' mir's zu regelmäßig kalt.


作者
Hermann Lingg

来源

Hermann von Lingg: Ausgewählte Gedichte. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-F093-9; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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