Im Spätherbst


Es fallen von den Bäumen
Die welken Blätter ab,
Ich wandle still in Träumen
Den Felsenpfad hinab.

Die Wolken, wie sie jagen,
Im Abendgolde blühn,
Von Stürmen fortgetragen,
Und in die Nacht verglühn!

In Schwärmen kommt gezogen
Der Wandervögel Schar
Dem Süden zugeflogen:
Zu Ende geht das Jahr.

Die Blumen an dem Bache,
Vom letzten Tau gestärkt,
Verblühn in stillem Ache
Allmählich, unvermerkt.

Vergangne Jahre schweben
Mit Wind und Wolken fort,
Vergangen Leid und Leben,
Verklungen Lied und Wort.

Der Wind entlaubt die Bäume –
Mir ist es einerlei!
Die Tage werden Träume,
Die Freuden sind vorbei.


作者
Hermann Lingg

来源

Hermann von Lingg: Ausgewählte Gedichte. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-F1F2-F; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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