Vom fernen Bergdorf tönt ein Gamelang


Und es durchgeistigt nun der Mond die Nacht.
Vom fernen Bergdorf tönt ein Gamelang.
Der Luftzug hat die Laute hergebracht,
Leicht mit dem Winde stirbt der leise Klang.

Die Welt im Mond ist nur ein blasser Traum,
Farblos wie die Gedanken im Gehirn.
Doch hat im Mondschein noch so manches Raum,
Was nicht erdacht wird von dem Menschenhirn.

Die Dinge gaben her den bunten Schein,
Der Körper schwand, nur grüner Schatten blieb.
Die Blumen werden ähnlich einem Stein,
Der Geist allein ist nur dem Monde lieb.

Die Blüte duftet stärker als am Tag,
Und mehr als sie hat jetzt der Duft Gestalt.
Der Mond von Taten nicht mehr sprechen mag,
Die Sehnsucht aber wird im Mond Gewalt.


1917.3.8
作者
马克斯·道滕代

来源

Max Dauthendey: Gesammelte Werke in 6 Bänden, Band 4: Lyrik und kleinere Versdichtungen, München: Albert Langen, 1925.; TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-79B4-1; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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