In der Frühe


Große weiße Malvenblüten, frischbetaute,
Sah ich in der Frühe, da das Taglicht graute,
In dem Garten, und es schliefen noch die Laute.

Jede runde Blüte leuchtete und brachte
Hellen Schmelz dem Himmel, der erwachte,
Als das Gartendunkel noch der Nacht gedachte.

In der Ferne stand ein blauer Berg gehoben,
Lange Wolken sich am freien Gipfel schoben,
Und vom Lichte lag dort dünne Spur gewoben.

Und ich dachte: Blüten, Berg und Licht, sie wissen,
Daß sie heut am hellen Tage nichts vermissen,
Und nur ich, nur ich bin heimatlos, zerrissen.


1916.9.9
作者
马克斯·道滕代

来源

Max Dauthendey: Gesammelte Werke in 6 Bänden, Band 4: Lyrik und kleinere Versdichtungen, München: Albert Langen, 1925.; TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-7703-0; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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