Heimatgefühl


Wir schritten durch des Abends Schweigen;
Ein Wetter war fernhin verrollt;
Durchs feuchte Laub von Zweig zu Zweigen
Glitt sanft der Sonne letztes Gold.

Da von den Ländern dir, den fernen,
Erzählt' ich, wo ich dein gedacht.
Von Rast am Rande der Eisternen
In Syriens blauer Sommernacht,

Von Aegeus' Meer, wie längs der Küsten
Mich schaukelte der schwanke Kahn,
Und halb zerbrochne Marmorbüsten
Aus Tempelnischen niedersahn.

Und hoch dein Auge sah ich leuchten;
Du heischtest mehr noch, doch ich schwieg,
Indessen wallend in der feuchten
Spätluft der Wiesen Nebel stieg.

Warum mich in die Ferne träumen?
Dacht' ich, mein Haupt an deins gelehnt:
Nach dir und unsern Lindenbäumen
Wie oft hab' ich mich dort gesehnt!


作者
Adolf Friedrich von Schack

来源

Adolf Friedrich von Schack: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Dritte verbesserte und vermehrte Auflage, Band 2, Stuttgart: Cotta, 1897. TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0004-B759-A; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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