Rechtfertigung


So wie der Wandrer, der durch manch Verhau,
Manch blühend Dickicht seinen Weg gefunden:
Zerrißne Ranken haben ihn umwunden,
Auf Haar und Schläfen glänzt der frische Tau,

Und um ihn webt ein Duft noch viele Stunden
Wie Frühlingsgären und wie Ätherblau –:
So trägt der Dichter unbewußt zur Schau
Was schweigsam oft ein Freundesherz empfunden.

Er raubt es nicht, es kommt ihm zugeflogen
Wie Tau aus Blütenkelchen sich ergießt;
Der Blumen Zutraun hat er nicht betrogen,

Weil sichs ihm selber, unbegehrt, erschließt:
Den Tropfen hat ein Sehnen hingezogen,
Wo Bach zum Strom, und Strom zum Meere fließt.


1891
作者
胡戈·冯·霍夫曼斯塔尔

来源

Hugo von Hofmannsthal: Gesammelte Werke, Bd. 1: Gedichte; TextGrid https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-774B-1; CC BY 3.0 DE; TextGrid, www.editura.de


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