Talismane, Amulete, Abraxas, Inschriften und Siegel


Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Occident!
Nord- und südliches Gelände
Ruht im Frieden seiner Hände.

Er, der einzige Gerechte,
Will für jedermann das Rechte.
Sey, von seinen hundert Namen,
Dieser hochgelobet! Amen.

Mich verwirren will das Irren;
Doch du weiſst mich zu entwirren.
Wenn ich handle, wenn ich dichte
Gieb du meinem Weg die Richte.

Ob ich Ird’sches denk’ und sinne,
Das gereicht zu höherem Gewinne.
Mit dem Staube nicht der Geist zerstoben
Dringet, in sich selbst gedrängt, nach oben.

Im Athemholen sind zweyerley Gnaden:
Die Luft einziehn, sich ihrer entladen.
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich preſst,
Und dank’ ihm, wenn er dich wieder entläſst.


作者
歌德

来源

Goethe, Johann Wolfgang von: West-oestlicher Divan. Stuttgart: Cotta, 1819, S. 9–10. Quelle: Deutsches Textarchiv, https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/goethe_divan_1819/19


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